Entscheidungen treffen

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Entscheidungen – wichtige Lebensentscheidungen können eine Herausforderung sein. Sie sind oft kompliziert und beinhalten viele Faktoren, von denen einige mit konkurrierenden Interessen verbunden sind. Der Preis einer Entscheidung kann auch hoch sein, und du hast Recht, wenn sich da Besorgnis ausbreitet.

Bauchgefühl und Geist

Dem Bauchgefühl vertrauen kann eine gute Möglichkeit sein, zu Entscheidungen zu kommen. In unserem „Bauch“, konkreter im gesamten Darmbereich haben wir ähnlich viele Nervenzellen wie im Gehirn. Dieser Bereich wird nicht zu Unrecht als „Bauchgehirn“ oder zweites Gehirn bezeichnet. Es arbeitet sehr schnell. Wenn wir also „aus dem Bauch heraus“ entscheiden, dann greifen wir auf Informationen zu, die – wie im Gehirn selbst – mittels Nervenzellen verarbeitet werden. Viele unbewusste Wahrnehmungen (Informationen) fließen somit in die Entscheidung mit ein. Das ist eine große Ressource.

Das Gehirn im engeren Sinne ist die Quelle für langsamere, nachdenklichere Reaktionen. Tatsächlich profitieren wichtige Entscheidungen oft von einer sorgfältigen Abwägung und Analyse jeder Option.

Aber manchmal scheint das Denken zu nichts zu führen. Selbst nach Tagen der Analyse mehrerer Optionen, sind wir möglicherweise nicht in der Lage, die Vor- und Nachteile effektiv abzuwägen, zu bestimmen, was wir wirklich wollen. Oder zu entscheiden, was wir für das Beste halten. Wie kann man aufhören, sich im Kreis zu drehen?

Außerdem führen uns unsere Gedanken manchmal in die Irre. Wie können wir sicher sein, dass wir nicht aus ungerechtfertigter Angst oder unbegründeter Vorstellungen eine Option gegenüber den anderen vorziehen? – Mit einem Wort: Mit Achtsamkeit.

Achtsamkeit fördert bessere Entscheidungen

Achtsamkeit bedeutet, dass wir bewusst und aufmerksam sind, uns auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren und in der Lage sind, all unsere Gefühle, Gedanken und körperlichen Empfindungen ruhig zu beobachten und zu akzeptieren. Achtsamkeit bedeutet auch in der Lage zu sein innezuhalten, zu reflektieren und auf unsere innere Weisheit zu hören.

Das bezieht auch unser Bauchgefühl mit ein. Und Achtsamkeit bedeutet, uns auf die relevanten Informationen konzentrieren können. Wir erkennen besser unsere Vorurteile und Einflüsse des eigenen Egos. Immer mehr Forschung dazu zeigt, dass Achtsamkeit unseren Entscheidungsprozessen und den Entscheidungen selbst zugutekommt.

Hier einige Ideen, wie wir wichtige Entscheidungen treffen können:

1. Tempo herausnehmen, sich beruhigen

Achtsamkeit bedeutet, sich Zeit zu nehmen. Manchmal ist dies nicht möglich, z.B. bei medizinischen Notfällen oder plötzlichen, zeitlich begrenzten Angeboten. In diesen Fällen sollten wir gut auf unser Bauchgefühl hören. Es kann viele, auch unbewusste Informationen, schnell verarbeiten.

Ansonsten Zeit nehmen und über die eigenen Prioritäten, Ziele und Werte nachdenken. Die verschiedenen Optionen bewusst machen und sacken lassen. Parallel dazu können wir eine Bestandsaufnahme unserer Stärken und Talente sowie unserer wahren Interessen und Wünsche machen. Eine langsame, bewusste Reflexion kann Klarheit verschaffen.

2. Akzeptieren, dass es schwierig sein kann, wichtige Entscheidungen zu treffen.

Große Entscheidungen haben oft große, nachhaltige Folgen. Selbst wenn das Ergebnis am Ende zufriedenstellend ist, können Zweifel bleiben. Und manche Entscheidungen können auch herzzerreißend sein, selbst wenn wir sicher sind, dass unsere Wahl die richte ist. Anstatt zu wünschen, dass eine weitreichende Entscheidung einfacher wäre, können wir die Tatsache anerkennen, dass sie es nicht ist und auch nicht sein sollte. Die Gedanken und Gefühle, die wir dabei haben, können wir als Zeichen für die Bedeutung dieser Wegkreuzung nehmen.

3. Auf Integrität zielen.

Das Streben nach Integrität bedeutet, seinem authentischen Selbst, seinen Prioritäten und seinen eigenen Werten treu zu bleiben. Wenn es eine Option erfordert, dass wir gegen unsere eigenen Überzeugungen handeln, deren Bedeutung herunterspielen, dann ist das ein deutliches Warnsignal.

4. Stress reduzieren.

Den Stress im Leben zu reduzieren, ist gut für die körperliche und geistige Gesundheit, die beide der Schlüssel zu einem zufriedenen, erfüllten Leben sind. Indem wir uns also darauf konzentrieren, Stress zu reduzieren – zum Beispiel, indem wir Einfachheit Komplikationen vorziehen, Leichtigkeit statt Schwierigkeiten oder Interessantes statt Langweiligem – , haben wir eine bessere (Selbst-) Wahrnehmung und können besser herausfinden, was das Beste für uns ist.

5. Anerkennen, dass es viele Wege gibt.

Es kann Zeiten geben, in denen man eine Weggabelung erreicht und alle Wege gleich gut aussehen. Wenn mehrere Optionen „richtig“ sind, wir aber gezwungen sind, nur eine zu wählen, dann kann unsere Aufmerksamkeit zu den Wegen wechseln, die wir nicht gewählt haben. Es kann Furcht entstehen „falsch“ entschieden zu haben. Aber diese Furcht zeigt nicht das Potential für eine schlechte Entscheidung an. Es bedeutet nur, dass wir das Glück haben, von tragfähigen Optionen umgeben zu sein.

6. Atmen.

Wenn es eine Entscheidung mit sich bringt, dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen, dann ist es ganz normal, wir zögerlich oder ängstlich sine. Aber Angst zu haben bedeutet nicht unbedingt, dass man sich vor dieser Möglichkeit scheuen sollte.

Manchmal ist die „richtige Wahl“ die „mutige Wahl“, vor allem weil sie positive Veränderungen, neue Fähigkeiten und lohnende Risiken mit sich bringen kann. Aber wie können wir erkennen, ob wir uns verkriechen, weil eine Entscheidung Veränderung, ein sich dehnen und wachsen erfordert? Oder verkriechen wir uns, weil diese Option wirklich nicht das Richtige für uns ist?

Der Atem kann uns darauf eine Antwort geben. Physiologisch gesehen zeigt er den Unterschied zwischen Angst und Begeisterung. Mit anderen Worten, wenn uns etwas beängstigend vorkommt, können wir Angst in Begeisterung verwandeln, indem wir bewusst tief durchatmen.

Mit der tiefen Atmung kommt die Entspannung, die unsere Gedanken von „Gefahr“ verändern kann. Von „nicht weitermachen“ zu „aufregend, begeisternd!“ Aber was ist, wenn es wirklich beängstigend und nicht das Richtige für uns ist? Wenn wir zögerlich oder ängstlich bleiben? Dann wird uns die Weisheit unseres Bauchgefühls ein guter Ratgeber sein.

7. Konzentriere dich auf das Sein, nicht auf das Tun.

Was du tust, ist nicht so wichtig wie das, was du bist. Streben wir danach, vertrauenswürdig, verantwortungsvoll und freundlich zu sein. Das zieht andere Menschen mit den gleichen Merkmalen und Bestrebungen an.

Ebenso ist es nicht so wichtig, was du tust, wie mit wem du es tust. Was wäre besser: Das Ausheben eines Grabens mit einer Gruppe von fröhlichen, vertrauenswürdigen, freundlichen Menschen oder der Traumjob zusammen mit einer Gruppe von gemeinen, doppelzüngigen, manipulativen Menschen? Es ist nicht das Tun, sondern das Sein, das am wichtigsten ist.

8. Anderen Zuhören

Es kann sehr hilfreich sein, anderen Menschen zuzuhören, wenn sie über ihre Entscheidungen nachdenken. Das kann bei uns zu neuen Einsichten oder mehr Klarheit führen. Auch das Lesen über den Lebensweg anderer kann hilfreich sein, z.B. Memoiren, Biographien oder Lebensgeschichten. Das führt auch dazu, dass wir uns bewusst werden, nicht alleine zu sein mit schwierigen Entscheidungen.

9. In den Prozess vertrauen.

Wie auch immer wir uns entscheiden, es ist unmöglich eine „falsche“ Entscheidung zu treffen. Auch wenn wir eine Entscheidung im Nachhinein bedauern, kann sie uns doch aus Misserfolgen und Fehlern wertvolle Lehren ziehen lassen. Das sind dann vielleicht genau die Lektionen, die uns zu großer Erfüllung führen.

Wir können auch eine ruhige Perspektive einnehmen im Vertrauen, dass sich das Leben so entfalten wird, wie es sollte. Dass wir immer genau da sind, wo wir hingehören. Und dass wir springen, wenn wir bereit und dazu fähig sind. Während dieser Zeit können wir uns einen ruhigen, offenen, neugierigen Geist bewahren und beobachten, was entsteht.

Selbst wenn wir uns in einer Entscheidung zwischen zwei schwierigen Optionen gefangen fühlen, können wir uns auf unseren (rationalen) Geist und auf unser Bauchgefühl verlassen. Wir müssen beiden nur den Raum geben (Achtsamkeit …), in dem wir diesen „zuhören“ können.

Quelle: angelehnt an einen Beitrag von Dr. Deborah L. Davis in Psychology Today

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