Sommerzeit

Sommerzeit

Wer kann nicht die Melodie von George Gershwins Lied über den Sommer, über die Sommerzeit („Summertime and the living is easy …“) mitsummen? Und sogleich stellt sich ein Gefühl von Leichtigkeit, Gelassenheit ein.

Die Sommerzeit steht dem Winter im Verlauf der Jahreszeiten gegenüber. Während der kälteren und dunkleren Jahreszeit sind wir eher in uns gekehrt, haben den Blick nach innen gerichtet. Im Sommer suchen wir die Geselligkeit, genießen die langen, hellen Tage und spüren die Wärme auf der Haut, sind nach außen orientiert.

Und doch gibt es da eine Zeit im Sommer, wo wir zur Ruhe kommen. Ganz ähnlich wie in einer Achterbahn, wo wir mit viel Schwung auf den höchsten Punkt hinaufrasen. Kurz bevor der Scheitelpunkt erreicht wird und die Schienen dann wieder steil abfallen, wird es ganz langsam. Die Bahn kommt fast zum Stillstand.

Die Sommerzeit mit den Sommerferien trennt für Schüler zwei Schuljahre durch eine große Pause. Im Arbeitsleben ist der Sommerurlaub oft die längste Auszeit im Jahr. Und in der Natur ist es die Zeit der Reife zwischen dem Aufgehen der Saat im Frühling und der Ernte im Herbst.

Sommerzeit – Zeit der Reife

Eine gute Gelegenheit, ein wenig Pause zu machen. Es der Natur gleichzutun: die Früchte reifen zu lassen und dann Mut und Kraft zu sammeln für die zweite Jahreshälfte, für das was noch vor uns liegt.

Die Tage sind lang, die Sonne hat große Kraft. Die Natur steht in voller Pracht. Das alles begünstigt eine angenehme Stimmung und viel Lebensenergie und Lebensfreude. Gleichzeitig spüren wir vielleicht auch, was uns die letzten Wochen und Monate abverlangt haben. Was wir erreicht, vielleicht auch durchgestanden haben. Und dass wir urlaubsreif sind oder uns zumindest nach etwas Auszeit sehnen.

Die Mitte des Jahres ist ein guter Moment, eine kurze Bestandsaufnahme zu machen. Zurückzuschauen auf die letzten Wochen und Monate. Was ist geschehen? Und was haben wir alles auf den Weg gebracht? Was ist auf der Strecke geblieben? Was entwickelt sich gut? Und was nicht? Wie steht es um unsere Kraft?

Wie auch in der Natur braucht alles seine Zeit, Ruhe, angemessene Fürsorge und ausreichend Energie, um zu gedeihen. Jetzt ist Zeit für eine kurze Zwischenbilanz im Jahr: Worum müssen wir uns kümmern? Was können wir in Ruhe reifen lassen? Und was müssen wir gar abschneiden, damit anderes gedeiht? So steht der Sommer auch für Balance und Fürsorge. Für das Finden der Mitte, zwischen Aktivität und Muse, die uns schließlich hilft, die Früchte zu ernten und kraftvoll in die kommenden Monate zu gehen.

Meditation im Sommer

Vielleicht ändert sich auch deine Meditation in dieser Zeit? Die vielen Aktivitäten machen es dann eventuell schwieriger an der Gewohnheit der Meditations-Routine dranzubleiben. Sie gut in den Tag zu integrieren. Oder aber die frühen Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher bringen eine freudige Gelassenheit in die Meditation.

Da kann es gut sein, die Sommerzeit auch in die Meditation hineinzunehmen und die strenge Form, die uns sonst so gut hilft eine äußere und innere Haltung aufzubauen, uns ruhig werden lässt und Orientierung und Sicherheit in der Meditation bietet, etwas in den Hintergrund treten zu lassen.

Mit etwas mehr Leichtigkeit im Garten sitzen und sich ganz einlassen auf die Sonnenstrahlen, die uns im Gesicht kitzeln. Auf die Wärme, die uns umschließt. Der Duft der Blumen oder heranreifendes Obst. Das Summen der Hummeln um uns herum. Nur sein und sich vollkommen in diese Sommerzeit fallen lassen.

Oder aber den Nachthimmel genießen. Der kurze Zeitraum der Perseiden – der tausenden Sternschnuppen in der Nacht – steht bevor. Sich ganz darauf einlassen und vielleicht in der Unendlichkeit des Universums versinken. Auch das kann eine ergänzende Sommerpraxis zur Meditations-Routine sein.

Summertime, and the living is easy

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