Selbstwirksamkeit – Das Leben ist in jedem Moment wandelbar

Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit – Das Leben ist in jedem Moment wandelbar!

Was ist Selbstwirksamkeit?

Selbstwirksamkeit haben wir dann, wenn wir überzeugt sind, Aufgaben, Probleme, schwierige Situationen aufgrund eigener Fähigkeiten bewältigen oder gar meistern zu können. Wenn wir das Gefühle haben das Steuer in der Hand zu haben und unseren eigenen Kurs bestimmen können.

Selbstwirksame Menschen glauben in der Lage zu sein, neue Dinge erfolgreich zu lernen, Einfluss zu nehmen und damit Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Selbstwirksamkeit drückt also Vertrauen in das eigenen Handeln aus.

Haben wir Einfluss auf unser Leben?

Hat der Mensch Einfluss auf das, was ihm passiert, ob gut oder schlecht, liegt es an oder in ihm selber?

Vorsicht! Aus so einer Art Meinung kann man relativ schnell ableiten, dass jeder an dem Kram schuld ist, der ihm zustößt. Da ist eine gefährliche Energie drin. Das stimmt so nicht, besonders wenn man dabei mit dem Finger auf jemand anderen zeigt.

Denn man muss wissen, im Zen sind ich und Welt eine Einheit, und ich erzeuge mir meine Welt. Der Finger zeigt also immer auf mich, immer! Das heißt, die Welt, die mich umgibt, ist mein eigenes Geschichtsbuch. Und die Dinge, die passieren, sind erst mal eine Summe von unendlich vielen Verstrickungen. Und die haben eine große Macht.

Das klingt nicht wirklich gut.

Das Gute aber ist‚ dass man immer genau im Jetzt, im Jetzt-Raum einen Return, einen Wendepunkt machen kann. Wir können also jederzeit anhalten, um einen neuen Weg zu gehen. Das ist ganz entscheidend.

Man kann nicht mit Absolutheit sagen, dass der Mensch geboren und verantwortlich für die Welt ist, so wie sie ihn umgibt. Aber er kann Entscheidungen treffen, die alten unheilsamen Wege auflösen und einen neuen, heilsamen Weg öffnen – jetzt in diesem Moment. Nicht morgen – niemals, sondern jetzt.

Selbstwirksamkeit – dem Leben entgegentreten

Auch das Bedauern, dass ich es gestern nicht geschafft habe, bringt mich nicht weiter, sondern nur das Tun jetzt. Jetzt die Entscheidung, jetzt in die Zen-Übung gehen. Jetzt dem Leben entgegengehen. Das ist die Freiheit, die jeder Mensch hat.

Du sagst, jeder Mensch kann zu jeder Zeit seines Lebens einen Punkt setzen, an dem er dann etwas verändert. Kannst du das mal konkret machen – vielleicht an einem persönlichen Beispiel?

Ja, es gibt ein schönes Beispiel. Damals saß ich mit meinem früheren Lehrer Rei Shin Bigan Roshi in der Meditation in einem Sesshin, in einem Zen-Seminar also, das über mehrere Tage ging. Und es gab einen Moment des wunderschönen Glücks. Das war wirklich schön, und ich saß da.

Dann rannte ich über den Hof, und der Lehrer kam mir entgegen. Ich erzählte ihm, was ich erlebt hatte. Nun, er kennt natürlich viele solcher Geschichten. Er guckte mich nur an und sagte zu mir: »Lebe es. Jetzt!« Und das war dann noch mal ein Kick dazu.

Was war denn der zusätzliche Kick?

Ich will damit sagen, mir wurde schlagartig klar, dass der Augenblick die einzige Wirklichkeit ist, die es gibt. Es gibt keine Vergangenheit, in der ich etwas verändern kann, und es gibt keine Zukunft, in der ich etwas ändern kann. Es gibt nur diesen Moment, und in diesem Moment determiniert, also bestimmt sich alles immer wieder neu.

Man kommt in ein Zimmer mit lauter Legosteinen. Bestimmte Teile fehlen, bestimmte Teile sind da. Und in diesem Jetzt mache ich etwas daraus. Das Jetzt ist in jedem Moment, dieses Jetzt ist in jedem Augenblick, dieses Jetzt steht immer zur Verfügung. Und ich kann in jeder Sekunde, in jeder Situation etwas Neues erschaffen.

Auch in dramatischen Situationen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass ich es ändern kann, wenn ich dem Tode geweiht bin. Aber ich kann trotzdem in diesem Moment etwas öffnen, das vielleicht sogar mehr ist als das ganze Leben vorher.

Ist das ein Ergebnis unseres freien Willens?

Ja, wir haben diese außergewöhnliche Freiheit. Diese Freiheit hat jeder Mensch. Auch jemand, der sich vielleicht aufgegeben hat, der sich sagt: Ich wiege jetzt 125 Kilo, und ich habe keine Arbeit. Ich fühle mich irgendwie nicht in der Lage, in diesen Wettbewerb des Lebens einzutreten. Ich habe Ängste. Oder vielleicht spürt er gar nicht, dass Ängste da sind, aber sie sind da.

Er macht einen auf megacool, verbunden mit wirbelndem Aktionismus in völliger Blindheit. Also eine ganz üble, verfahrene Situation, wo vielleicht sogar noch Alkohol ins Spiel kommt. Auch in einem solchen Moment kann ich in dieses Jetzt gehen.

Quelle: Hinnerk Polenski, Hör auf zu denken – sei einfach glücklich. – Zen: direkt, klar und alltagstauglich!, eigene Ergänzungen

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