Keine Zeit für Meditation

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Keine Zeit – Mein Leben ist derzeit viel zu stressig

Keine Zeit? Hin und wieder komme ich mit Menschen im Gespräch auch auf Meditation. „Mein Leben ist derzeit viel zu stressig. Ich habe keine Zeit zu meditieren.“ Oder: „Gute Idee. Sobald ich etwas mehr Ruhe habe, werde ich das probieren“. Das sind sehr häufige Reaktionen darauf. Und manchmal muss ich dabei schmunzeln …

Die kleine Geschichte passt dazu:

Ein Mann ging im Wald spazieren. Nach einer Weile sah er einen Holzfäller, der hastig und sehr angestrengt dabei war, einen auf dem Boden liegenden Baumstamm zu zerteilen. Er stöhnte und schwitzte und schien viel Mühe mit seiner Arbeit zu haben.

Der Spaziergänger trat etwas näher heran, um zu sehen, warum die Arbeit für den anderen so beschwerlich war. Schnell erkannte er den Grund und sagte zum Holzfäller: „Guten Tag. Ich sehe, dass Sie sich Ihre Arbeit ganz unnötig schwer machen. Ihre Säge ist ja richtig stumpf – warum schärfen Sie sie denn nicht?“

Der Holzfäller schaute nicht einmal hoch, sondern zischte nur durch die Zähne: „Keine Zeit! Ich muss sägen!“

Paradox, nicht?

Zwei Aspekte stecken in dieser kleinen Geschichte:

Zum einen die zu schärfende Säge. Wir haben viele „Werkzeuge“, die wir im Alltag für die Vielfalt unserer Aufgaben benötigen und einsetzen. Unsere Wahrnehmung, Konzentration, die eigene Motivation, Willenskraft, Empathie, Intuition und noch einige andere. Und in welchem Zustand sind unsere Werkzeuge? – Hier hilft Meditation, die „Werkzeuge“ zu schärfen, in Schuss zu halten oder gar sie besser zu gebrauchen.

Zum anderen der Aspekt unsere Aufgaben im Alltag über alles andere zu stellen, ihnen eine sehr hohe Priorität einzuräumen und dabei sich – und vielleicht die eigenen Grenzen und auch die eigenen Potenziale – zu vernachlässigen. Wie steht es mit der eigenen Wertschätzung? Und mit der Verantwortung, die wir für uns und für andere haben?

Warum heißt es bei der Sicherheitseinweisung im Flugzeug: “Zuerst für die eigene Sicherheit, die eigene Sauerstoffversorgung sorgen, und dann Kindern und anderen Mitreisenden helfen?” Weil es umgekehrt einfach keinen Sinn macht! Wer nicht für sich selbst sorgt, der kann (irgendwann) auch nicht mehr für andere sorgen, Verantwortung für andere, z.B. den Partner, den eigenen Kindern, Freunden, Kollegen und Mitarbeitern übernehmen.

Also immer noch: „Ich habe keine Zeit für mich? Ich habe keine Zeit für Meditation?“

Wenn sich jemand konsequent 25 Minuten am Tag für sich, für seine Meditation Zeit nimmt, dann ist das ein Zeichen für ein hohes Verantwortungsgefühl sich selbst und damit auch anderen gegenüber. Er oder sie werden dabei auch ihre „Werkzeuge“ schärfen und damit dann auch besser im Leben unterwegs sein.

Ein ZEN Lehrer brachte dies so auf den Punkt: “Nehme Dir 25 Minuten am Tag, am besten am Morgen, für Dich und die Meditation. Und wenn Dein Leben so stressig, so voller Aufgaben, Anforderungen und Terminen ist, dass Du das Gefühl hast, Du hast keine 25 Minuten am Tag nur für Dich. Dann ist es Zeit, Dir 40 Minuten am Tag zu nehmen, denn in Deinem Leben läuft etwas schief.”

Dazu passen auch der folgende Beiträge:

Weil wir keine Zeit haben, sind wir alle so gestresst? – Nein. Es ist umgekehrt …

Wie kann ZEN mir Orientierung und Ausrichtung geben?

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